Ausflüge & Reisen

In der geheimen Unterwelt von Maastricht – ein Familienabenteuer das wir nicht mehr vergessen werden

Eigentlich wollten wir die diesjährigen Osterferien zu Hause verbringen. Die aktuelle Weltlage und die explodierten Urlaubspreise hatten uns diese Entscheidung schnell abgenommen. Für uns war klar, wir machen es uns zu Hause so richtig gemütlich beziehungsweise erledigen mal die durch den intensiven Sport der Kids liegengebliebenen Aufgaben in den vier Wänden. Pustekuchen! Das jüngere Kind sowie der Trainer haben so lange an uns Eltern gebohrt, bis wir schließlich zugesagt haben – ein Turnier im holländischen Geleen.

Beide Kinder sprangen förmlich vor Freude in die Luft, als wir ihnen mitteilten, dass sie ihre Sachen packen sollten. Und um ehrlich zu sein, freuten wir Erwachsenen uns auch auf diesen sehr spontanen Trip. Für uns war allerdings auch klar, dass wir nicht nur für zwei Tage nach Holland reisen, sondern direkt eine Woche bleiben würden. Während wir Großen also das Wohnmobil aus dem Winterschlaf erweckten und startklar machten, packten die Kids die Eishockeytaschen und die restlichen Dinge. Voller Vorfreude ging’s planlos los.

Wahrhaftig sind wir erst einmal ohne Ziel Richtung Holland los gefahren. Uns war nur klar, dass wir am Freitag an der Eishalle in Geleen sein müssten. Irgendwann kurz vor der Grenze warf der Mann dann das Outletcenter in Roermond ein. Shoppen lieben wir alle, also war dies eine gute Idee mit der jedes Familienmitglieder einverstanden waren. Zu dem Outletcenter in Roermond kann ich nicht viel sagen. Wir hatten an diesem Tag jedenfalls großes Glück, da es nicht zu überfüllt war. Man kann dort viele Stunden verbringen. Für Kinder bis 10 Jahren gibt es eine gratis Spiel- und Kletterhalle. Ein Tagesticket für den Parkplatz kostet 7 Euro. Lohnt es sich dort hinzufahren? Ein klares – ja!

Da wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren, hatten wir quasi unsere Betten dabei und haben auf einem ganz wunderbaren Stellplatz in der Nähe von Echt geschlafen. Am nächsten Morgen schauten wir mit Hilfe von Google Maps welche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen sich innerhalb unserer Nähe befinden. Ich schlug Fort Sint Pieter mit dem Underground vor.

Maastricht Underground – ein Wunder unter der Erde

Wir machten uns auf den Weg und staunten bereits bei der Ankunft über den wunderschönen Anblick von Sint Pieter mit der Festung. Vor Ort mussten wir jedoch feststellen, dass es leider nur noch zwei freie Plätze für die Führung in der Sprache Deutsch im Underground gab. Auch der Herr an der Kasse konnte leider kein Auge zu drücken und uns zwei weitere Tickets verkaufen. Die Enttäuschung war kurz da, doch eines der Kinder hatte eine super Idee: „Dann machen wir die Führung eben auf Englisch. Ein bisschen werde ich schon verstehen und wenn nicht, dann übersetzt ihr einfach.“ Wir schauten uns kurz an und nickten.

Eine halbe Stunde später standen wir in einer Traube von Engländern und Amerikanern und warteten auf unseren Guide. „Hello, my name is Willi and I want to show you everybody the wonderful underworld of Maastricht. Are you ready?” Der Sohn schaute uns fröhlich an: „Hab ich doch gesagt, dass es gut wird. Habt ihr denn auch verstanden was Willi gerade gesagt hat?“

Mit dem offiziellen Maastricht-Führer und unserer Englischengruppe liefen wir einige Meter ehe es durch ein Tor unter die Erde ging. Geheimnisvoll und beeindruckend zugleich ist das über 200 Kilometer lange unterirdische Tunnelsystem. Das menschengemachte Labyrinth besteht aus rund 20.000 Gängen. Alleine würde man sich hier in jedem Fall verlaufen.

Das Tunnelsystem unter Maastricht – die schwarzen Einzeichnungen sind alles Gänge.

Es entstand im Laufe von 800 Jahren durch den Abbau von Kalksandstein mit Handwerkzeugen zur Gewinnung von Baustoff.

Höhlenmalerei die zeigt, wie der Kalksandstein per Hand abgetragen wurde.

Hier scheint die Zeit still zu stehen und die Welt um uns herum existiert nicht. An den Wänden ist noch das originale Werkzeug sowie viele Höhlenmalereien zu sehen. Die Geschichte rund um das unterirdische Tunnelsystem wurde durch die Erzählungen und Anekdoten des Guides lebendig. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber wenn ihr mal in Maastricht und Umgebung seid, müsst ihr diese Tour unbedingt machen! Sie dauert etwas mehr als eine Stunde. Man sollte allerdings gut zu Fuß sein und keinen Kinderwagen dabei haben. Zu viert (2 Erwachsene und 2 Kinder) haben wir 35 Euro bezahlt. Rückblickend waren wir unglaublich froh, diese Chance genutzt und uns die Unterwelt von Maastricht angeschaut zu haben. Diesen Ausflug werden wir so schnell nicht mehr vergessen.

Im Anschluss haben wir uns noch den Mergelbruch von der Kiekoet-Plattform aus angeschaut. Das Herzstück des Sint Petersberg ist nämlich der Mergelbruch, der sich über 130 Hektar erstreckt und 98 Meter tief ist. Darin befinden sich das Uhu-Tal und mehrere Teiche, jeder mit seinem ganz eigenen Charakter. Der Ausblick ist einfach atemberaubend.

Den restlichen Tag schauten wir uns Maastricht genauer an. Wir schlenderten an der Maas entlang, ließen uns durch die Stadt treiben und schauten uns natürlich den berühmten Vrijthof-Platz an, an dem Andre Rieu jedes Jahr sein Sommerkonzert spielt.

Die folgenden Tage verbrachten wir dann beim internationalen Eishockeyturnier in Geleen. Dieser Part des Urlaubs war quasi dem jüngeren Sohn gewidmet. Das Turnier war recht erfolgreich. Bis 3 Sekunden vor Schluss war die Mannschaft sogar ungeschlagen in allen Spielen. Der Pokal war zum Greifen nah. Jedoch geschah so kurz vor Schluss etwas unglaubliches: Ausgleich! Die Mannschaft verlor dann ärgerlicher Weise im Penaltyschießen und belegte somit den 2. Platz von insgesamt 8 Mannschaften. So ist es eben im Sport. Trotz allem eine super Leistung.

Gemeinsam mit einer weiteren Eishockeyfamilie beschlossen wir am nächsten Morgen nach Slagharen zu fahren. Dies ist ein riesiger Themen- und Freizeitpark. Dort waren wir schon einmal vor vier Jahren und wussten, dass die Kids viel Freude haben würden.

Eine Woche Holland ging somit viel zu schnell vorbei. Wir hatten eine unglaublich tolle Familienzeit, haben eine Menge erlebt und auch gelernt. Rückblickend sind wir froh so spontan gehandelt zu haben. Es war einfach rundum toll.

Erzähl doch mal, warst du schon einmal in Roermond, Maastricht oder Slagharen?

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