Familienleben

Zwischen Weltlage und Osterferien: Warum wir uns entschieden haben, einfach hier zu bleiben

Die Nachrichten fühlen sich momentan oft an wie ein Dauergewitter: Krieg, Krisen, explodierende Benzinpreise, Schokolade zu Preisen, bei denen man sich fragt, ob der Osterhase die Schokobohnen persönlich auf der Plantage erntet – mal im Ernst, wer zahlt denn Bitteschön 8,99 Euro für einen 200g Osterhasen? – und mittendrin wir, eine ganz normale Familie, die eigentlich nur überlegt, was wir in den Osterferien machen.

Eigentlich hatten wir große Pläne. Eine Woche Türkei. Sonne, Meer, einfach mal raus. Doch als wir uns die Preise angeschaut haben, war schnell klar: Für rund 5.000 Euro eine Woche Urlaub? Das hat uns dann doch etwas die Sprache verschlagen. Also haben wir den Plan verworfen. Und ehrlich gesagt: Rückblickend fühlt sich das gerade sogar richtig gut an. Denn wenn ich aktuell in die Welt schaue, habe ich nicht unbedingt das Bedürfnis, mich in einen Flieger zu setzen. Zu viel passiert gleichzeitig, zu viele Nachrichten prasseln täglich auf uns ein.

Stattdessen haben wir eine andere Entscheidung getroffen: Wir verbringen die Osterferien einfach hier. Zuhause. In unserer Region. Und plötzlich fühlt sich das gar nicht mehr nach „Plan B“ an.

Manchmal braucht es diese Momente, in denen man einen Schritt zurückgeht und merkt: Das Gute liegt oft viel näher, als man denkt. Wir haben beschlossen, die Ferien zu nutzen, um unsere Umgebung erneut zu entdecken. Kleine Ausflüge, spontane Spaziergänge und Fahrradtouren, vielleicht eine Grillparty mit Freunden, wenn der Frühling sich von seiner schönen Seite zeigt.

Falls du auch noch Inspiration suchst, kann ich dir ein Buch wirklich ans Herz legen: „111 Orte für Kinder in Nordhessen, die man gesehen haben muss“.

111 Orte mit Kindern in Nordhessen_02

Beim Durchblättern merkt man schnell: Man muss gar nicht weit reisen, um Abenteuer zu erleben. Manchmal reicht eine halbe Stunde Autofahrt oder sogar weniger. Dieses Buch ist während der Pandemie entstanden, als wir ähnlich wie jetzt, unsere Zeit hier zu Hause verbracht haben. Nach dem Homeschooling, haben wir unsere Rucksäcke gepackt und sind einfach raus in die Natur gegangen. Dabei haben wir unglaublich tolle Orte entdeckt: Eine Drachenhöhle mitten im Wald, eine Milchtankstelle an der man sich frische Shakes zusammen mischen kann, einen geheimnisvollen Luchs, und vieles, vieles mehr. Abends wenn die Kinder dann in ihren Betten lagen, habe ich mich an den Laptop gesetzt und unseren Tag Revue passieren lassen. Entstanden ist eine bunte Sammlung von insgesamt 222 tollen Orten in Nordhessen.

Ein neuer Schulranzen und ein großer Schritt

Ein besonderer Punkt auf unserer Ferienliste: Wir werden einen neuen Schulranzen für das jüngere Kind kaufen. Unser Kind wechselt im Sommer nämlich auf die weiterführende Schule. Ein großer Schritt. Für das Kind und irgendwie auch für uns Eltern. Gefühlt war doch gerade noch Einschulung. Jedenfalls haben wir genug Zeit um uns in aller Ruhe umzuschauen, Modelle zu vergleichen und nach Farben und Stauraum zu diskutieren. Jedenfalls freut sich das Kind schon sehr auf diesen Programmpunkt unserer Osterferien.

Hier bin ich übrigens sehr neugierig auf Deine Erfahrungen:
Welchen Schulranzen haben Deine Kinder auf der weiterführenden Schule?
Hast du Empfehlungen oder Marken, mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt? Ich freue mich über jeden Tipp.

Zwischen Nachrichten und Kinderfragen

Was mich aktuell besonders beschäftigt, ist die Frage: Wie geht man als Familie mit all den Nachrichten um? Kinder bekommen mehr mit, als wir manchmal glauben. Wir haben für uns einen Weg gefunden, der sich richtig anfühlt: Wir schauen abends gemeinsam „logo!“, die Kindernachrichten. Dort werden schwierige Themen verständlich erklärt, ohne schockierende Bilder, ohne Angst zu machen, aber eben auch ohne Dinge komplett zu verschweigen. Für uns ist das ein guter Mittelweg zwischen: Kinder komplett abschirmen und sie mit Nachrichten zu überfordern. Die Gespräche danach sind oft sehr spannend. Kinder stellen kluge Fragen. Manchmal auch Fragen, auf die man selbst keine einfache Antwort hat. Aber genau darum geht es vielleicht. Nicht alles erklären zu können, aber trotzdem darüber zu sprechen.

Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben

Wenn man die Weltlage betrachtet, kann man sich schnell hilflos fühlen. Nachrichten lesen, Preise steigen sehen, Krisen beobachten. Doch gleichzeitig passiert auch etwas anderes: Der Frühling kommt. Die Tage werden länger. Die Kinder lachen. Freunde kommen vorbei. Man trinkt den ersten Kaffee draußen in der Sonne. Vielleicht liegt die größte Herausforderung unserer Zeit genau darin: Sich von all dem nicht unterkriegen zu lassen. Nicht, indem man die Augen verschließt. Sondern indem man bewusst auch das Gute sieht. Die kleinen Dinge. Die normalen Tage. Das Leben im Hier und Jetzt.

0 Kommentare zu “Zwischen Weltlage und Osterferien: Warum wir uns entschieden haben, einfach hier zu bleiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert