Als der erste Schnee direkt mit Beginn des neuen Jahres die Stadt in ein weiches, flauschiges Weiß hüllte, wussten wir sofort: Wir müssen jeden Moment draußen im Schnee auskosten, denn morgen oder übermorgen könnte er schon wieder weg sein. Das wäre schade, denn leider schneit es bei uns viel zu selten. Und ja, wir haben in den letzten Tagen unglaublich viele Stunden im kühlen nass verbracht. Jeden freien Moment ausgekostet. Alles andere wurde einfach stehen und liegen gelassen und das ist auch gut so, denn diese Dinge können nachgeholt werden, wenn der Schnee wieder weg ist. Frei nach dem Spruch: “Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.” Genauso ist es doch auch mit dem Schnee. Die Kinder haben ein Iglu gebaut, Schneeballschlachten veranstaltet und wir haben Skilanglauf ganz neu für uns entdeckt. Rodeln waren wir bisher noch nicht, obwohl wir so viele tolle Rodelpisten direkt vor unserer Hautür haben. An den Vormittagen an denen die Kinder Training hatten, habe ich mich entschieden, nicht auf der Tribune in der Halle zu sitzen, sondern ebenfalls die herrliche Luft und die winterliche Stadt zu genießen. Traumhaft schön!
Gestern war wieder so ein perfekter Tag für einen Wintersparziergang. Ich habe ganz viele Bilder gemacht um dich an meiner Schneewaderung teilhaben zu lassen. Kommst du mit?
Die Kälte biss leicht in die Wangen, die Luft schmeckte kühl und reiner als sonst und plötzlich wirkte die Stadt wie eine ferne, stille Kulisse, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Der Spaziergang selbst verlangsamt den Blick. Ich spürte, wie die Gedanken schweiften, während die Füße im Takt des Schnees den Boden berührten. Die Kälte machte den Atem sichtbar, als feine Wolken, die sich mit jedem Schritt wieder auflösen. Es ist eine sanfte Meditation aus Eis und Stille: Man atmet ein, man lässt los, man schaut. Man entdeckt kleine Details, die im hektischen Alltag oft übersehen werden.

Einen Schneemann kann wohl jeder bauen. Schau dir mal diese wundervollen Kunstwerke an. Hier war jemand besonders kreativ.

Weit und breit keine Menschenseele und eine unglaubliche Stille.


Dinge über die ich mich freue: Ein kleines Mistelzweig-Sträußchen für zu Hause unter einem Baum gefunden.

Wo sonst so viele Menschen unterwegs sind und auf den Bänken sitzen, ist bei Schneegestöber niemand zu finden.


Mein Schneesparziergang endete vor der Sportstätte der Kinder, die zeitgleich aus der Tür raus kamen. Am Ende stellte ich erschrocken fest, dass ich 7 km gelaufen bin. Dabei hat es sich gar nicht so viel angefühlt.
Wenn ich zurückblicke, merke ich, wie der Spaziergang mehr war als nur ein Spaziergang. Es war eine Erinnerung daran, dass Winter nicht nur Kälte bedeutet, sondern auch Klarheit, Besinne und Überraschungen im Gewühl der Stadt. Es war eine Einladung, die eigenen Gewohnheiten zu prüfen: Welche Routen gehen wir immer, ohne sie wirklich zu sehen? Welche kleinen Wunder lassen sich finden, wenn man sich Zeit nimmt und offen bleibt für das, was der Schnee hervorzaubert?
Hat dir diese Runde durch die verschneite Stadt gefallen?
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