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Der Sommer, in dem ich offiziell kein kleines Kind mehr habe

Nur noch sieben Schultage. Sieben! Dann beginnen die großen Sommerferien und mit ihnen endet bei uns ein weiterer großer Lebensabschnitt. Nächste Woche verlässt unser jüngeres Kind die Grundschule. Und damit habe ich offiziell kein kleines Kind mehr. Wenn ich ehrlich bin, fühlt sich das ziemlich verrückt an. Irgendwo setze ich gedanklich gerade einen großen, dicken, grünen Haken hinter die Kindergarten- und Grundschulzeit. Zwei Kinder auf der weiterführenden Schule. Zwei Kinder, die längst keine kleinen Kinder mehr sind. Und ich frage mich ernsthaft: Sind sie nicht gerade erst geboren worden?

Du merkst es schon, ich werde emotional.
Und das darf man wohl auch sein.

Denn natürlich freue ich mich. Sehr sogar. Aber gleichzeitig spüre ich dieses seltsame Gefühl, das vermutlich alle Eltern kennen: Man fiebert den Entwicklungsschritten entgegen, begleitet sie voller Stolz und plötzlich steht man da und fragt sich, wo die Zeit geblieben ist.

Nach den Sommerferien wird für unseren Jüngsten vieles neu sein. Das erste Mal allein mit dem Bus fahren. Das erste Mal mit der Bahn unterwegs sein. Das erste Mal auf einem Schulhof voller deutlich älterer Kinder stehen. Und überhaupt wird es viele Situationen geben, in denen er plötzlich ganz auf sich allein gestellt sein wird. Er verlässt ein Stück weit die heimische Bubble und bewegt sich künftig selbstständig in der großen weiten Stadt. Wenn ich das so aufschreibe, klingt es fast ein bisschen dramatisch. Aber die Wahrheit ist: Er ist bereit dafür. Und er freut sich riesig auf dieses neue Abenteuer. Vielleicht sogar mehr als wir Eltern.

Bis dahin genießen wir gerade die entspannteste Zeit des Schuljahres. Alle Klassenarbeiten sind geschrieben, die Zeugnisnoten stehen praktisch fest und auch sportlich läuft es aktuell etwas ruhiger, weil Sommerpause ist. So verbringen wir unsere Tage viel mit Freunden und Familie. Und ich liebe genau diese Wochen. Diese Zeit, in der man einfach mal einen Gang zurückschalten kann. Keine Termine im Minutentakt, kein ständiges Hetzen von A nach B. Stattdessen lange Abende im Garten, spontane Treffen und das Gefühl, dass der Sommer langsam Fahrt aufnimmt.

Gestern habe ich zum Beispiel einen wunderschönen Strauß aus unserem Garten geschnitten und ihn der Uroma geschenkt. Die Pfingstrosen darin haben dabei eine ganz besondere Geschichte. Vor einigen Jahren blühten sie noch in ihrem eigenen Garten. Als sie ihr Haus und den Garten aufgeben musste, habe ich zwei große Pfingstrosenbüsche ausgegraben und zu uns geholt. Seitdem freue ich mich jedes Jahr aufs Neue über diese herrliche Blütenpracht. Und gestern? Gestern hat sich die Uroma riesig über den Strauß gefreut. Es war nur eine kleine Geste. Ein paar Blumen. Ein kurzer Besuch. Aber manchmal sind es genau diese Kleinigkeiten, die jemandem den Tag verschönern können. Vielleicht sollten wir alle viel öfter solche kleinen Freuden verschenken.

Übrigens haben wir, wie so oft, kurz vor den Sommerferien noch keinerlei Urlaubspläne. Nichts gebucht, nichts festgelegt. Und tatsächlich machen wir das schon seit Jahren so. Uns zieht es einfach dorthin, wo die Sonne scheint, das Wetter mitspielt und es ein Meer oder einen großen See zum Baden gibt. Manchmal lassen wir uns auch einfach treiben und schauen, wo wir am Ende landen. Ganz ohne große Erwartungen. Denn am Ende ist der Ort gar nicht das Wichtigste. Hauptsache, wir sind zusammen. Und das ist für mich sowieso das Schönste am Sommer.

Jetzt bin ich natürlich neugierig: Habt ihr euren Sommerurlaub schon geplant? Wo zieht es euch dieses Jahr hin? Vielleicht hast du ja sogar noch einen Geheimtipp für uns.

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