Ich musste tatsächlich 36 Jahre alt werden, bevor ich zum ersten Mal nach Leipzig gekommen bin. Und wenn ich ehrlich bin: Leipzig stand bis dahin überhaupt nicht ganz oben auf meiner persönlichen Reiseliste.
Dass ich der Stadt dann in diesem Jahr nicht nur einmal, sondern gleich zweimal einen Besuch abgestattet habe, lag allerdings weniger an meiner spontanen Reiselust als am Hobby meiner Kids. Die beiden hatten ein beziehungsweise zwei Turniere in Leipzig und was soll ich sagen? Wenn die Kinder schon sportlich unterwegs sind, kann man die Zeit ja wunderbar nutzen, um eine Stadt zu entdecken. Und genau das habe ich gemacht. Leipzig hat mich überrascht. Und zwar ziemlich positiv.
Leipzig, warum war ich hier eigentlich noch nie?
Kennst du diese Städte, bei denen du dich nach dem ersten Besuch fragt: Warum zum Teufel war ich hier eigentlich noch nie? Leipzig ist für mich genau so eine Stadt. Die Innenstadt ist wunderschön. Gleichzeitig lebendig und trotzdem gemütlich. Man kann wunderbar zu Fuß unterwegs sein, entdeckt an jeder Ecke etwas Neues und muss gar keinen durchgetakteten Sightseeing-Plan haben. Eigentlich reicht es völlig, einfach loszulaufen. Und genau das habe ich gemacht.
Wenn man zum ersten Mal in Leipzig ist, kommt man natürlich am Völkerschlachtdenkmal nicht vorbei. Und ganz ehrlich: Das Ding ist beeindruckend. Aktuell, jetzt im September ist an dem Denkmal ein riesiger Banner mit der Aufschrift „STILLGESTANDEN? Rührt Euch!“ zu sehen. Die Aktion ist ein Künstlerprojekt und trägt den Titel „Gemischte Gefühle in kriegerischen Zeiten“.
Mein erster Gedanke, als ich das riesige Denkmal im März diesen Jahres besucht habe war einfach nur Wow. Es sieht magisch aus und katapultiert einen zurück in eine längst vergangene Zeit. Und obwohl ich nun sogar zwei Mal unter den Füßen des Erzengel Michael vor dem Gebäude stand, habe ich es noch nicht ins Innere geschafft. Aber wie heißt es so schön, alle Dinge sind drei. Beim nächsten Mal nehme ich mir die Zeit das Völkerschlachtdenkmal von innen zu betrachten.
Auch die russische Gedächtniskirche durfte bei meinem Leipzig-Programm natürlich nicht fehlen. Ihre goldene Zwiebelkuppel ist schließlich schon von weitem zu sehen und ein absoluter Hingucker. Dank meiner russisch sprechenden und lieben Begleitung habe ich viel über die orthodoxe Kirche gelernt. Sie hat mir Texte an der Kirchenfassade übersetzt und wir haben Kerzen in Gedenken an liebe Menschen angezündet.
Einfach durch die Altstadt schlendern und plötzlich ist der Nachmittag weg
Ich liebe Städte, in denen man nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen muss. Daher war neben dem Völkerschlachtdenkmal und der russischen Gedächtniskirche noch genug zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel.
Beim Bummeln durch die historische Innenstadt bin ich immer wieder in kleinen Geschäften hängen geblieben. Handgefertigter Schmuck, wunderschöne Papeterie, liebevolle Kleinigkeiten und Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht. Du kennst das!? Man geht eigentlich nur kurz gucken. Und plötzlich steht man zehn Minuten später mit irgendeinem wunderschönen kleinen Teil in der Hand an der Kasse. Ich hätte tatsächlich stundenlang durch Leipzig schlendern können.
Und wenn man schon in Leipzig ist, kommt man natürlich auch an den Leipziger Lerchen nicht vorbei. Die Gebäckspezialität gehört für mich bei einem Leipzig-Besuch genauso dazu, wie die Altstadt und das Völkerschlachtdenkmal. Hast du sie schon einmal probiert?
Ich habe tatsächlich schon einige Male darüber nachgedacht zwei weitere Bücher zu scheiben. Entweder 111 Burger- oder 111 Döner Läden in Deutschland, die man getestet haben muss. Meine Jungs haben nämlich eine absolute Vorliebe für Burger und Döner. So wird meistens eines von beiden in einer anderen Stadt getestet. Vor der Reise nach Leipzig wurde daher schon gründlich recherchiert wo´s die besten Burger oder Döner gibt. Das große Kind führte uns schließlich zu Burger Vison. Und ich sage jetzt einfach mal ganz frech: Best Burger in Town. Saftig, lecker und genau das Richtige nach einem langen Tag auf den Beinen. Dazu noch ein echt cooles Ambiente. 10/10 Punkten für Burger Vision. Falls du mal in Leipzig sein solltest, merk es dir. 😉
Eine meiner liebsten Entdeckungen war tatsächlich etwas ganz Unscheinbares. Der Markt. Dort habe ich eine ganze Tüte voll frisches Obst für kleines Geld gekauft. Und weil wir mit dem Team unterwegs waren, wurde daraus kurzerhand die Versorgung für die ganze Mannschaft. Ich musste feststellen, dass nach einem langen Turniertag frisches Obst sogar plötzlich ziemlich beliebt bei den Kids ist.
Mein persönliches Highlight: Das Thailand Festival
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir allerdings etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Das große Thailand Festival in Leipzig. Gelandet bin ich hier eigentlich eher durch Zufall, weil ich mir während der Spiele der Kids ein wenig die Beine vertreten wollte. Und plötzlich stand ich in mitten dieses bunten und ziemlich lauten Festivals, was in keiner Weise mit einem deutschen Festival zu vergleichen ist.
Stell dir einfach ein riesiges, also wirklich gigantisches Straßenfest vor. Nur dass es dort vor allem eines gibt: Essen. Sehr viel Essen. Gebratene Nudeln, Reisgerichte, frisches Obst, allerlei Snacks und jede Menge Dinge, bei denen man erst einmal neugierig stehen bleibt und sich fragt: Was genau ist das eigentlich? Bei manchen Dingen weiß ich es tatsächlich noch immer nicht. Besonders cool fand ich die frischen Kokosnüsse. Kokosnussmilch direkt aus der Kokosnuss serviert mit Strohhalm.
Und dann gab es natürlich noch all die kleinen Stände mit Kuriosem, Souvenirs und Dingen, die man sich auf einem solchen Festival eben gerne anschaut. Dabei war jedoch auch ziemlich viel Kitsch. Zumindest für meinen Geschmack. Wer mochte, konnte sich sogar direkt vor Ort massieren lassen. Das Festival war anders als andere, aber absolut mal sehenswert.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein letzter Besuch in Leipzig war. Vielleicht führt uns beim nächsten Mal sogar wieder ein Turnier der Kids hierher. Und wenn nicht? Dann muss ich mir wohl einfach selbst einen Grund suchen.
Was sollte ich mir beim nächsten Mal unbedingt anschauen? Schreib es mir in die Kommentare.
