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Warum Spielen für Kinder so wichtig ist

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Wenn ich meine beiden Jungs so beobachte, merke ich immer wieder wie wichtig das gemeinsame Spielen für sie ist. Nicht nur, dass die beiden sich immer besser verstehen und gemeinsam harmonieren, denn klar gibt es auch mal Streit oder Tage an denen einer der beiden sensibel und schnell reizbar ist. In erster Linie verstehen sie sich aber wirklich toll und die Phasen des gemeinsamen Spielens werden immer länger.

Spielen verbindet

Durch das gemeinsame Spielen schaut sich der Kleine eine Menge von seinem großen Bruder ab. Bei der Entwicklung der Sprache sowie der Feinmotorik kann man quasi zuschauen und von Woche zu Woche Erfolge feststellen. Im Prinzip möchte der Kleine an dem Können des großen Bruders anknüpfen und übt hartnäckig so lange, bis er mithalten kann.

Auch beim großen Sohn merkt man, dass ihm das gemeinsame Spielen mit dem kleinen Bruder gut tut, denn er ist zum größten Teil sehr liebevoll, gutmütig und ausdauernd im Umgang mit ihm, wenn mal etwas nicht sofort klappt. Generell gleichen sich die beiden Brüder gut aus, denn während der Große eher ruhiger und ausdauernder ist, ist der Kleine ein Wildfang. Zusammen bilden sie also eine meist harmonierende Einheit.

Wenn die beiden zusammen spielen halte ich mich meistens im Hintergrund und beobachte voller Stolz das Geschehen der beiden. Ich greife nur ein, wenn es zu größerem Streit kommt, sie Zuspruch oder neue Spielanregungen benötigen. Ganz wichtig dabei finde ich außerdem, die Kinder nicht unnötig in ihrem Spiel – etwa weil sie etwas wegräumen sollen, zu unterbrechen.

Dass Spielen verbindet können wir zusätzlich seit einiger Zeit beim großen Sohn beobachten, denn seitdem er in den Kindergarten geht, hat er schon einige Freundschaften geknüpft. Mit einem seiner Freunde verabredet er sich sogar jede Woche nachmittags zum spielen. Am liebsten würden sie sich jeden Tag und auch am Wochenende treffen. Wenn der eine ein neues Kleidungsstück oder Spielzeug hat, muss er es dem anderen sofort zeigen. Ja, man könnte sogar schon behaupten, dass die beiden beste Freunde sind.
Nachmittags spielen die beiden dann am liebsten – genauso wie morgens im Kindergarten – Feuerwehrmann, denn schließlich steht der Serienheld Sam zurzeit bei beiden hoch im Kurs. Morgens, kann der Sohn es dann meistens kaum wieder erwarten in den Kindergarten zu gehen, denn er freut sich jeden Tag aufs neue auf seinen Freund.

Spielen fördert die Fantasien

Zu beobachten ist beim Spielen außerdem wie durch das Schlüpfen in die verschiedensten Rollen – wie etwa in die eines Feuerwehrmannes oder eines Verkäufers – die Fantasien der Kinder angeregt werden. Dabei werden sich immer wieder neue Personen mit Namen und Handlungen ausgedacht. Besonders erschreckend finde ich persönlich dabei, die deutlich zu erkennenden eigenen Handlungen und Wiedergaben, wenn die Kinder in die Rollen von Mama oder Papa schlüpfen.

Wo gespielt wird, darf auch Chaos herrschen

Generell wird bei uns nahezu immer im Wohn- und Esszimmer gespielt. Man könnte manches mal meinen, dass wir in einem Kinderzimmer leben. Für uns ist das absolut in Ordnung, denn die Kinder möchten einfach ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und dies bekommen sie nunmal in unserer Nähe und nicht im isolierten Kinderzimmer.
Abends, bevor wir uns dann alle zusammen aufs Sofa kuscheln um das Sandmännchen zu schauen wird gemeinsam aufgeräumt. Auch dies wird auf spielerische Weise getan und Mama und Papa spielen einfach mit. Unsere Spielregel ist dabei ganz simple: Einer räumt die Duplosteine ein, einer die Feuerwehr-Sachen, einer die Bücher,… wer zuerst fertig ist hat gewonnen und darf sich schon mal aufs Sofa setzen. Ich kann nur jedem empfehlen das mal auszuprobieren, du wirst staunen, wie schnell das Chaos beseitigt ist.

Spielen und Gesundheit

Spielen ist nicht nur eine Freizeitgestaltung von Kindern. Spielen ist viel mehr und so wichtig für die körperliche und seelische Entwicklung. Die berühmte amerikanische Kinderpsychologin Virginia M. Axline schrieb dazu:

Wenn ein Kind einmal nicht isst, so ist das für die meisten Eltern ein Anlass zu großer Sorge. Wenn ein Kind aber nicht richtig spielt, dann wird das häufig gar nicht bemerkt. Dabei ist letzteres meist ein viel ernsteres Alarmzeichen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mahnt daher an:
„Für eine gesunde Entwicklung ist das Spielen genauso wichtig wie Essen, Trinken und Schlafen. Beim Herumtoben werden auf spielerische Weise Herz und Kreislauf, die Atemorgane und Muskeln trainiert, Knochen und Gelenke festigen sich. Zudem sorgt das Spielen an der frischen Luft für einen gesunden Appetit und tiefen Schlaf.“

Kinder brauchen Kinder

Damit der kleine Sohn zum Spielen mit gleichaltrigen Kindern in Kontakt kommt, gehe ich mit ihm wöchentlich zum Kinderturnen und besuchte bis zu den Sommerferien zusätzlich regelmäßig den örtlichen Spielkreis – leider hat sich die Gruppe aufgelöst. Dies habe ich auch mit dem großen Sohn bis zu seinem 3. Lebensjahr unternommen, bevor er in den Kindergarten ging. Da einige der Kinder aus diesen beiden Gruppen zeitgleich mit ihm in den Kindergarten und sogar in die gleiche Gruppe kamen, erleichterte dieses ihm ungemein den Start in der Einrichtung und stellte sich somit rückblickend positiv dar.
Diese kleineren Gruppen eignen sich meiner Meinung nach sehr gut zur ersten Kontaktaufnahme, dem gemeinsamen Spielen, Toben und Teilen von Spielzeugen sowie Knabberein mit anderen Kindern. Ein Spielkreis ist quasi eine Vorbereitung auf den Kindergarten und wenn die Kinder sich erst einmal kennengelernt haben lockert sich die Bindung zu Mama und Papa ganz sanft und Freundschaften entstehen.

Für Kinder ist das ganze Leben ein Spiel und Spiel ist sein Leben.

In diesem Sinne, lassen wir doch unsere Kinder spielen und unterstützen sie dabei in dem wir ihnen gute Bedingungen schaffen, denn spielen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung, spielen ist wichtig!

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Du benötigst noch Spieltipps? Schau mal, in meiner Auflistung 101 Beschäftigungsideen mit Kindern ist sicherlich etwas passendes dabei.

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